Die meisten Touristen lassen Zagreb links liegen und fahren direkt an die Küste – ihr Verlust. Kroatiens Hauptstadt hat eine andere Energie: österreichisch-ungarische Grandezza, eine echte Kaffeehausszene, eigenwillige Museen und ein Nachtleben, mit dem Dubrovnik nicht mithalten kann. Außerdem ist sie der beste Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu den Plitvicer Seen.
Die Oberstadt (Gornji Grad) erkunden
Der mittelalterliche Kern oberhalb des Zentrums. Die Markuskirche mit ihrem bunten Ziegeldach, das Steinerne Tor mit der Kapelle im Inneren, der Lotrščak-Turm, von dem täglich zur Mittagsstunde die Grič-Kanone abgefeuert wird (€3 Eintritt – der Betreiber hat Schließzeiten im Sommer angekündigt, prüfen Sie das also vor dem Aufstieg), und stille Kopfsteinpflastergassen. Gehen Sie zu Fuß hinauf oder nehmen Sie die kürzeste Standseilbahn der Welt (66 Meter, etwa eine Minute, weniger als €1).
Den Markt Dolac besuchen
Zagrebs Hauptmarkt liegt oberhalb des Ban-Jelačić-Platzes. Auf der oberen Ebene gibt es unter freiem Himmel Obst, Gemüse und Blumen. In der Halle darunter finden Sie Fleisch, Käse und Fisch. Geöffnet ist jeden Morgen, sonntags mit kürzeren Zeiten – prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten, bevor Sie spät vorbeikommen. Kaufen Sie frische Ware, probieren Sie den einheimischen Käse (škripavac) und beobachten Sie das Treiben. In den umliegenden Straßen gibt es gute Bäckereien.
Museum der zerbrochenen Beziehungen
Zagrebs bekanntestes Museum – eine von Besuchern zusammengetragene Sammlung von Gegenständen aus gescheiterten Beziehungen, jeder mit seiner eigenen Geschichte. Komisch, herzzerreißend und völlig eigenständig. Planen Sie 1–2 Stunden ein; der Eintritt wird vor Ort bezahlt. Es liegt im Gornji Grad und lässt sich gut mit einem Rundgang durch die Oberstadt verbinden.
Durch die Tkalčićeva-Straße bummeln
Die zentrale Bar- und Caféstraße zwischen Ober- und Unterstadt. Voller Außenterrassen, besonders an warmen Abenden. Nicht die günstigste Adresse (Bier €4–5, Kaffee €2–3), aber die Atmosphäre ist es wert. Früher floss hier ein Bach – die Häuser auf beiden Seiten standen an unterschiedlichen Ufern.
Die Kathedrale ansehen
Zagrebs neugotische Kathedrale ist das Wahrzeichen der Stadt. Ihre Türme wurden beim Erdbeben 2020 allerdings schwer beschädigt, sind gekappt und werden wieder aufgebaut – die Silhouette entspricht nicht dem, was ältere Fotos zeigen. Der Innenraum wurde 2026 wieder für Besucher geöffnet; die Arbeiten dauern an. Das Viertel Kaptol ringsum hat Atmosphäre – alte Häuser, Kopfsteinpflaster und eine Reihe günstiger Restaurants.
Street-Art in der Innenstadt
Zagreb hat eine wachsende Street-Art-Szene. In den Innenhöfen und Durchgängen zwischen den Häusern (achten Sie auf Schilder mit der Aufschrift „prolaz“) verstecken sich oft Wandbilder und Installationen. Am dichtesten ist es rund um die Martićeva und in der Unterführung am Bahnhof. Kostenlos und auf eigene Faust.
Tagesausflug zu den Plitvicer Seen
Kroatiens Naturattraktion Nr. 1, 2 Stunden südlich. 16 miteinander verbundene türkisfarbene Seen und Wasserfälle. Eintritt €40 in der Hochsaison, Tickets mit fester Einlasszeit sind vorgeschrieben – buchen Sie vorab. Ein ganzer Tagesausflug. Ein Privattransfer ist der einfachste Weg, da es keine schnelle öffentliche Verbindung gibt.
Wo Sie essen können
Zagreb ist günstiger als die Küste. Rechnen Sie für ein richtiges Essen mit €10–15 pro Person. Probieren Sie štrukli (gebackenes Käsegebäck) – eine Zagreber Spezialität. Die größte Restaurantdichte finden Sie in den Straßen rund um den Dolac und die Tkalčićeva. Die Terrassen mit Touristenpreisen am Ban-Jelačić-Platz sollten Sie meiden.
Wie lange bleiben
Eine Nacht funktioniert als Zwischenstopp zwischen Küste und Mitteleuropa. Zwei Nächte reichen, um Oberstadt, Museen und die Tkalčićeva in Ruhe zu sehen. Drei Nächte, wenn Sie einen Tagesausflug nach Plitvice machen möchten.
Anreise
Zagreb ist per Privattransfer mit Split (etwa 4 Std. 30 Min.) und Dubrovnik (etwa 7 Std.) verbunden. Außerdem ist die Stadt der Ausgangspunkt für die Plitvicer Seen.
Anfahrt nach Zagreb
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